BUNDESARBEITSGEMEINSCHAFT FRANZÖSISCHE ZONE
Arbeitsgemeinschaft im BDPh e.V.
Gelegenheitsstempel
(Auszug aus dem Handbuch der Arge Französische Zone)
Allgemeines:
Poststempel, die Angaben und/oder Hinweise und/oder bildliche oder graphische Darstellungen aufweisen, die postalisch nicht notwendig sind (s. Handbuch Arge FZ 6.0, Seite 2), nennt man Gelegenheitsstempel. Zu den Gelegenheitsstempeln gehören die Sonder-, Werbe- und Serienstempel.
Sonderstempel sind durch ein bestimmtes Ereignis veranlasst. Ihr Vorkommen ist daher örtlich und zeitlich begrenzt. Einige Sonderstempel durften darüber hinaus nur auf bestimmten Freimarken abgedrückt werden (z.B. So 4 Hd Freiburg (Breisgau) 1 oder So 6 Hd Konstanz – s. Handbuch Arge FZ 6.2.1).
Werbestempel sind Stempel, die an einem bestimmten Ort ohne von vornher-ein festgesetzte zeitliche Begrenzung für diesen, für irgendeine Sache, ein Ereignis, eine Einrichtung, eine Landschaft oder dergl. werben sollen (s. Handbuch Arge FZ 6.2.1).
Serienstempel sind solche Stempel, die mindestens an zwei verschiedenen Postorten text- und formgleich - bis auf den Ortsnamen - verwendet werden, bzw. wurden (s. Handbuch Arge FZ 6.2.2).
Nach der Betriebsart unterscheidet man auch bei den Gelegenheitsstempeln Handstempel (Hd), Handrollstempel (HR), Fahnenstempel (Fa), Bandstempel (Ba) und Handneben-stempel (HN) (s. Handbuch Arge FZ 6.0, Seite 1 bis 2). Bei den Handnebenstempeln muss man die postalischen von den privaten Nebenstempeln unterscheiden, die von irgendwelchen Interessengemein-schaften oder Einzelpersonen vor der Aufgabe bei der Post auf Postkarten oder Briefumschlägen aufgedrückt wurden. Einige von den Privat-stempeln werden in der Aufstellung Handbuch Arge FZ 6.2.1 mit aufgeführt, obwohl diese nicht zu den postalischen Gelegenheitsstempeln gehören, aber evtl. mit solchen ver-wechselt werden können.
Die Katalogisierung und Beschreibung der einzelnen Stempel folgt den allgemeinen Richtlinien, die im Handbuch Arge FZ Kapitel 6.0, Seite 2 bis 3 dargelegt sind. Speziell werden die Sonder-, Werbe- und Nebenstempel im Kapitel 6.2.1 alphabetisch nach Ortsnamen aufgeführt. Nach dem Ortsnamen - der meist vorangestellt wird - und der Be-schriftung wird nach "Z.:" das Stempelbild, bzw. die Stempelzeichnung kurz beschrieben. In der letzten Zeile folgen die Jahre des bisher nachgewiesenen Vorkommens - bei Sonderstem-peln die Angabe der Tage -, die Stempelfarben (meist schwarz = s) und eine fortlaufende Nummerierung in Klammern, die die Ziffern angibt, unter welcher der betreffende Stempel in der Bewertungstabelle zu finden ist. Außerdem lassen sich hiermit die Aufstellung von Fehl- und Angebotslisten - und damit der Tausch - erleichtern. Auf Besonderheiten (verschiedene Stempeltypen, besondere Abstempelungsbedingungen u.a.) wird jeweils hingewiesen. Auf das Thema "Sonderpostkarten" wird im Handbuch Arge FZ Abschnitt 6.2.3 eingegangen.
Quellen:
Archiv Arbeitsgemeinschaft "Französische Zone" e.V.
Sammlung des Verfassers.
Julius Bochmann, Katalog der deutschen Gelegenheitsstempel,
Neue Schriftenreihe der Poststempelgilde "Rhein-Donau" 1.-18. Lieferung, 1952 bis 1957.
Beispiele aus einer Sammlung:
Nachfolgend zeigen wir Ihnen Briefe mit Gelegenheitsstempel aus der Sammlung eines ARGE-Mitgliedes. Die Beschreibungen der Briefe greifen auf einige Abkürzungen zurück.Erklärung der Abkürzungen:
Ba = Bandstempel
Fa = Fahnenstempel
Hd = Handstempel
HN = Handnebenstempel
HR = Handrollstempel
HS = Handserienstempel
OW = Ortswerbestempel
PS = Privatstempel
So = Sonderstempel
Z. = Zeichnung
/ = Zeilentrennungsstrich
bgrsv = Stempelfarben (blau, grün, rot, schwarz, violett)
Barfrankierter Behördenbrief am 21.3.47 von Achern (Baden) nach Freiburg/Brsg. mit OW Hd # 1. Gebühr bezahlt-Stempel, Porto 24 handschriftlich vermerkt. Stempelverwendung 47 - 49
Mit 10 Dpf überfrankierte Fernpostkarte am 18.9.49 von Bad Dürckheim nach Oberhausen (Rhein) mit So 1 Hd # 10 und beigesetzt OW HN # 11 in violett. "zurück" am 20.9. da Empfänger nicht zu ermitteln.
Bürgermeisterbrief am 16.8.49 von Bad Dürkheim nach Stuttgart, entwertet mit Tagesstempel und beigesetztem OW HN #11 in schwarz. Frankatur Rheinland-Pfalz MiNr 38yIII und Notopfer Berlin. Rückseitig Werbeaufkleber zum Dückheimer Wurstmarkt.
Barfrankierter R-Doppelbrief (Entnazifizierungssache) am 16.4.47 von Bad Griesbach nach (17b) Freiburg mit OW Hd #14. Ohne Ankunftsstempel. Gesamtporto 1,08 handschriftlich vermerkt. Stempelverwendung 47-49.
Barfrankierter Fernbrief am 21.6.46 von Bad Krozingen nach Baden-Baden mit OW Hd #15. Gesamtporto 24 und Signum des abfertigenden Postlers handschriftlich. Stempelverwendung 46-49.
Drucksache am 14.11.49 von Bernkastel-Kues nach (13a) Weidenberg/Ofr mit OW Hd # 26. Werbestempel des Weinhauses. Frankatur MiNr 33yc. Stempelverwendung 48-49.
Barfrankierter Fernbrief am 23.12.45 von Balingen (Württ) nach (21) Bethel mit OW Hd # 25. Gebühr bezahlt-Stempel mit integrierter Gebührenangabe 12 Rpf. Ferndienst bis 20g bis 28.2.46 -.12 RM. Stempelverwendung 45-47.
Geschäfts-Fernbrief am 17.5.47 von Birkenfeld (Württ) nach Tübingen mit OW Hd # 29. Gebühr bezahlt-Stempel, Porto 24 handschriftl. ergänzt. Stempelverwendung 45-49.
Behörden-Fernbrief am 21.9.49 von Bitburg nach Trier mit Handneben-stempel OW HN # 30. Frankatur Rheinland MiNr 38yIV und NO Berlin. Stempelverwendung 1949.
Geschäfts-Drucksache (Briefstück) am 17.7.47 von Ebhausen (Württ) nach (13b) Starnberg/Obb. mit OW Hd # 41. Gebühr bezahlt-Stempel mit Werbeeinsatz Fördert den Obstbau! Stempelverwendung 23.5.47 bis 12.4.48.
Barfrankierter Behörden-Fernbrief von Wagenstadt Krs. Emmendingen nach Emmendingen. PstII-Stempel vom Aufgabeort, OW # 42 als Tagesstempel des LeitPA Emmendingen vom 24.7.48. Gebühr bezahlt-Stempel und Anschr. später unkenntlich gemacht und Briefhülle wieder-verwendet als barfrankierten Fernbrief am 3.8.48 von Emmendingen nach Waldkirch/Brsg. Kreis Emmendingen. Stempelverwendung 1948.
Barfrankierter Fernbrief am 28.3.47 von Enzklösterle (Württ) nach (20b) Braunschweig mit OW Hd # 46. Gebühr bezahlt-Stempel, Porto 24 handschriftl. ergänzt. Stempelverwendung 45 -49.
Fernbrief am 29.1.49 von Forbach (Baden) nach Schwäbisch-Hall mit OW Hd # 47. Frankatur Baden MiNr 21yI. Stempelverwendung 45-49.
Drucksache am 9.12.48 von Idar-Oberstein nach (21a) Halstenbeck/Westf. mit OW 1 HN #79 (violett). Frankatur Rheinland MiNr 33y. Stempelverwendung 1949.
Fernbrief am 8.12.49 von Idar-Oberstein nach (22c) Düsseldorf mit OW 1 HN # 79 (schwarz). Frankatur Rheinland MiNR 18y und 33yaIII (3). Stempelverwendung 1949.
Einschreiben-Nachnahme am 23.9.49 von Kenzingen/Breisgau nach Eppertshausen/Hessen mit SO Hd # 94. Ohne Ankunftsstempel. Frankatur Baden MiNr 28ybI, §8A (2), 39A , 40A (2), 46I (Feld 29) und NO Berlin. Fernbriefe bis 20g ab 4.10.48 -.20, Einschreibgebühr -.40, Nachnahme -.30 DM.
Briefvorderseite eines Fernbriefes am 20.12.48 von Reutlingen nach Altena/Westf. OW 2 Fa. Tagesstempel (14b) Reutlingen 1 mit Kb d. Werbetext links. Fahne rechts. Stempelfarbe schwarz. Frankatur Württemberg MiNr 17yI (2).
Inlands-Drucksache vom 24.8.49 von Reutlingen nach Hamburg-Wandsbek. OW 1 Fa. Tagesstempel mit Kb c, Werbetext links. Freistempel rechts. Stempelfarbe rotlila. Inlands-Drucksachen bis 20g ab 4.10.48 4 Dpf.
Barfrankierte Geschäfts-Postkarte am 3.2.47 von Tiengen-(Oberrhein) nach (24) Rendsburg mit OW Hd ' 200. Gebühr bezahlt-Stempel, Porto 12 handschriftlich vermerkt. Stempelverwendung 45-49.
Barfrankierter Behörden-Fernbrief am 17.7.46 von Titisee nach Karlsruhe mit OW Hd # 201. Gebühr bezahlt-Stempel, ohne Gebührenangabe. Stempelverwendung 45-49.
Geschäfts-Fernbrief am 15.7.48 von Waldsee (Württ) nach (21) Hamburg 36 mit OW Hd # 227. Frankatur Württemberg MiNr 14y (2) und 17yI (2). Stempelverwendung 47-49.